Liebe Freunde und Bad Homburger,

Reisen sind ein Teil meines Lebens. Dabei geht es nicht unbedingt um Fernreisen, sondern einfach darum, von zu Hause rauszukommen und Menschen zu treffen, Städte und Natur zu erleben. Das kann das Wiedersehen mit alten Freunden sein, die nicht im Nahbereich um Frankfurt und Bad Homburg leben. Oder eben auch eine Fahrradtour in die weitere Umgebung. Meine erste Reise hatte ich ja schon kurz vor Pfingsten zu meinem Bruder in den Gäu südlich von Stuttgart.

Vor einer Woche dann meine zweite Reise – mit dem Fahrrad in den Odenwald. Eigentlich hatte ich nur vorgehabt, so lange zu fahren, bis das angekündigte Gewitter kommt und auch außer Regenschutz nicht viel mitgenommen. Aber es blieb trocken. So machte ich dann in Groß-Umstadt den für Hotel-Übernachtungen erforderlichen Negativtest und suchte mir dann in Höchst im Odenwald ein Nachtquartier. Wohlgemerkt: Höchst im Odenwald und nicht in Frankfurt. Ein privat geführtes Burghotel, das Erinnerung an das sehr freundliche Vorderburg-Hotel in Schlitz im Vogelsberg weckt.

Samstag noch ein Stück die Mümling aufwärts nach Bad König. Dort hatten wir früher immer unsere Familientreffen, wenn meine Eltern aus Hamburg zur Kur in den Odenwald fuhren. Unterwegs grüßte der „Mausohr -Bahnhof“ von Mümling-Grumbach. dort halten sogar die Regionalzüge der Odenwaldbahn. Und der Bahnhof ist Herberge für Mausohren, eine spezielle Fledermaus-Art. Rückweg über die Veste Otzberg mit schönem Ausblick über das Land. Mit geschlossener Gastronomie und nur wenigen Wanderern jetzt ein beliebter Spielplatz für die Kinder des Ortes. Mit dem Zug von Reinheim nach Hause. Dort bescherte ein starkes Gewitter dem Süden Frankfurts stellenweise „Land unter“ und mir pollenfreie Luft. Einen Sonnenbrand holte ich mir auch, weil nach dem langen nassgrauen Frühjahr Hände und Arme noch gar nicht an die Sonne gewöhnt waren.

Seit Donnerstag habe ich Urlaub, um dem Heuschnupfen und der Dauer-Baustelle zu Hause für einige Tage zu entfliehen. Im Augenblick geht es gleich mit 4 oder 5 Gewerken hoch her, die Baufirmen machen, was für sie am einfachsten ist, aber oft uns noch mehr Probleme als notwendig schafft. Und die überlasteten Bauleiter haben noch 4 andere Baustellen zu betreuen und sehen mich als Querulanten, weil ich – auch schon, weil ich Mietervertreter bin und weil bit im Haus einige sehr alte Menschen wohne – mich oft beschwere. Die Mehrheit fühlt sich auch gestört, schweigt aber. Und einige sehen mich auch als Querulanten. Die sind vermutlich in ihrem Haus weniger betroffen und auch noch jung und fit und hüpfen mühelos über herumliegende Abfälle und Schläuche.

Gestern gab es eine Sonnenfinsternis. Mit 11 % war in Rhein-Main nur wenig Verfinsterung zu sehen, aber immerhin. Entsprechende Schutzbrillen waren bei den Optikern in ganz Frankfurt nicht zu haben. Aber es gab noch welche in einem kleinen Astronomie-Fachgeschäft im benachbarten Ginnheim. Mit Fotos wurde es dann allerdings nichts.

Reisepläne, am Montag an die Nordsee nach Langeoog zu fahren. Ganz sicher ist das allerdings nicht, weil zur Abwechslung nicht die Pandemie, sondern die Eisenbahnergewerkschaft mitredet. Die wollen nämlich streiken, weil die Eisenbahner Nullrunden erhalten sollen, während der Vorstand fette Prämien erhält. Wofür eigentlich ? Die Deutsche Bahn tut sich vor allem im Süden und Westen nach wie vor mit Barrierefreiheit schwer. Und die Züge fahren nur deshalb pünktlicher, weil wegen der Pandemie weniger Menschen unterwegs sind. Bei früheren Streiks waren immer noch viele Züge gefahren, aber die sind natürlich dann voller und auch nicht so toll. Und sollten statt der Lokführer die Stellwerker  streiken, nützen auch arbeitswillige Lokführer oder die private Konkurrenz von FlixTrain nichts. Und so gilt es am Montag, erst einmal die Lage zu schauen. Kürzere Strecken bis etwa 30 km lassen sich mit Maske als Pollenschutz (auch dagegen hilft sie!) mit dem Rad überbrücken, aber keine Langstrecken. Da bliebe dann als mögliche Ausweichlösung der Hochtaunus – mit pollenarmen Wäldern und schon angekündigten Rabatten für Urlauber.

Bleibt gesund!

Liebe Grüße,
Jochen

 

——English Version——

 

Dear friends and Bad Homburg readers!

Travelling is part of my life. Long distance flights are nit necessary to get the special feeling and experience. Just to get away from home, encounter with other people, nature and other places. May be meeting old friends again, who live to far to meet by a day-trip. Or just a local ride or hike by farther surroundings.

First journey had been to my brother South of Stuttgart 3 weeks ago. Now I had my second journey to Odenwald by bicycle last Friday. I just had planned a ride until the predicted thunderstorm would come, not taken much with me. As it stayed dry, I made my obligatory negative test and looked for my first hotel stay of this year at Höchst in Odenwald. It was a nice private castle hotel, reminding me to another very friendly private castle hotel at Schlitz in Vogelsberg.

Travelling up little river Mümling, passing „Mouse Ear station“ at Mümling-Grumbach. No phantasy, a regular stop of local Odenwald trains – giving also home to the special „Mouse Ear“ bat species. Getting to Bad König, where my parents from Hamburg had been frequently for cure holidays and where we had met with my brother from Stuttgart each time.

Getting back by Otzberg Vest with good sightseeing over the country. As cafe´is closed, there are few tourists – which allows the place to be a fine playground for local children. After long ride I git sun-burned at hands and arms, as they hadn´t had the chance to get used to sun after all that grey and cold spring.

Back to Frankfurt by train there was a heavy thunderstorm especially in the Southern districts, flooding some streets. But good for me asrain cleaned the air.

Holidays since yesterday. First event was the partial eclipse of the sun. Though it was only small with 11 % darkening in our region there were no more protection glasses at opticians and glasses stores all over Frankfurt. But I was lucky to find some at a small astronomic store in nearby Ginnheim district. So I could watch safely, but photos did not work.

Travel plans to escape from permanent construction works at home and from gras pollen. Construction site actually is in full action with 4 or 5 companies working at different sites. So we have noise, dust and dirt. Beside companies look to make things easy for themselves, but unnecessarily inconvenient for us. Especially close to the weekend, when construction managers are not there. I often complain, as I am either neighbor´s representative in the cooperative´s council. And either, as some real old people especially are living in my own house. So it looks to them, I am the trouble-maker, just speaking for myself or one or two neighbors. But most, as usual, feel really inconvenient, but keep silent. Some neighbors also think, I am just a trouble-maker. May be, there are less problems in their house. Or they are young and fit and just hop over tubes, cables and rubbish on the ground. So our housing is micro-cosmos of great world.

I want to go to Langeoog on North Sea on Monday. This time not pandemic, but strike on railways could force a change of travel plans. One of the railway unions is planning a strike, because the staff is getting a „zero offer“ due to pandemic losses, while the big bosses get some extra bonus. What for ? May by their contracts, but what´s the deal ? There are still many barriers for handicapped rail travelers in South and West Germany. And trains are more in time now as there are much less passengers now.

So I will check on Monday morning. Either to avoid crowded trains as former strikes experience, either all trains could stop running, if signal boxes workers are on strike. In this case I could go to Hochtaunus by bicycle, still keeping „near to Bad Homburg“ :-).

Stay healthy and have a nice weekend!

Jochen

 

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