Jochen Near Homburg 39 – der persönlichste Reisebericht

//Jochen Near Homburg 39 – der persönlichste Reisebericht

Jochen Near Homburg 39 – der persönlichste Reisebericht

Seit Donnerstag Abend ist es soweit: Frankfurt und Offenbach haben beide den kritischen Wert einer „Inzidenz“ von 50 Neu-Infektionen je 100.000 Einwohnern in 7 Tagen überschritten und gelten jetzt als Risiko-Gebiete. Die Auswirkungen innerhalb unserer Städte halten sich in Grenzen: In den Einkaufsstraßen auch der größeren Stadtteile besteht Maskenpflicht – Bad Homburger sind das ja auch ohne erhöhte „Inzidenz“ schon länger gewohnt. Die Kneipen schließen um 23 Uhr, und in Parks und auf einigen öffentlichen Plätzen besteht Alkoholverbot. Härter fühle ich mich von der Außenwirkung betroffen: In den meisten Bundesländern gilt für uns ein sog. „Beherbungsverbot“. Im eigenen Land nicht – das gilt nur von aus Risikogebieten in anderen Bundesländern Kommende. In Thüringen und in NRW auch nicht. Bremen und Berlin gehen auch, aber die sind selbst „Risikogebiete“. Die Schweiz geht auch – außer der Westschweiz, die als „Risikogebiet“ gilt. Frankfurter und Offenbacher dürfen rein, Hamburger und Berliner nicht – weil die Schweiz nach Bundesländern unterscheidet. Da hat es endlich doch mal einen Nutzen, dass Frankfurt 1866 seinen Status als „Freie Reichsstadt“ verlor. Ich könnte auch meiner Nachbarin folgen, die gerade auf Sizilien Urlaub macht. Allerdings würde sich das Vergnügen sehr in Grenzen halten, weil man zwar ins Land und in Hotels darf, aber grundsätzlich draußen überall Maskenpflicht besteht.
Für mich kommt die Entwicklung durchaus erwartet, da ich entsprechendes nachlässiges Verhalten schon lange gerade in Frankfurt beobachten konnte. Deutlich nachlässiger als schon im angrenzenden Umland (siehe schon lange bestehende Maskenpflicht auf Bad Homburgs Louisenstraße) und erst recht auf dem Land. Es gibt da durchaus unterschiedliche Verhaltensweisen, sogar in der Stadt. Frauen scheinen etwas achtsamer zu sein, und auch Menschen aus Ostasien. Wir können uns bei der vorrangig aus jüngeren Männern geprägten Partyszene „bedanken“, bei älteren Ignoranten, die ihre Masken „auf Halbmast“ oder gar nicht tragen und bei der Frankfurter Politik, die nach meinem Eindruck alles mit wenig Nachdruck verfolgt und jetzt „ganz überrascht“ ist, so wie die Deutsche Bahn jeden Herbst vom Laubfall, der die Schienen glitschig macht. Im Gegenteil, jetzt wird noch eins drauf gesetzt und in der Innenstadt die Herbst-Messe mit dem besten Hygiene-Konzept aller Zeiten eröffnet, deren Buden bereits seit einer Woche an neuralgischen Punkten wie der Hauptwache für unnötige Enge sorgen. Zwar soll man etwa auf der Leipziger Straße Masken aufsetzen, aber die Hinweise gibt es dazu vorerst im Internet. Gestern Abend eine Rundfahrt mit dem Rad durch die Stadt zeigte das Bild eines munteren Herbstabends im Jahre 2018: Gut gefüllte „Freßgass´“, Partygrüppchen an vielen Ecken der Innenstadt und sogar auf dem abgelegenen Sportplatz am Bockenheimer Eingang zum Niddapark. Jetzt wird unser Ordnungsdezernent das natürlich lesen und in drei Tagen eine Streife dorthin schicken – dann wird am nächsten Wochenende eben das Treffen um 300 m verlegt. In Berlin scheint es ähnlich zuzugehen.
Vorsorglich hatte ich am Montag einen Test machen lassen. Der war gar nicht so unangenehm, wie es früher immer dargestellt worden war. Für den Geldbeutel schon, bei 140 € bedauere ich schon, nicht in Bayern zu leben, wo für jeden Bürger die Tests kostenfrei sind. Das negative Testergebnis schafft eine gewisse Beruhigung, hat aber wenig Auswirkungen, da die Ergebnisse nur eine Einreise in andere Bundesländer binnen 48 Stunden erlauben. Nun, als Datum sind Dienstag und Mittwoch zur Auswahl eingetragen, selbst hatte ich das Ergebnis Donnerstag Morgen – und da verlockte das Wetter wenig zu längeren Reisen.
Immerhin lockte auch der grau-trübe Herbst zu einigen Tagestouren, von denen ich auch einige Fotos mitgebracht habe: Sonntag mit dem Zug nach Gelnhausen, wo eine liebe Bekannte Bilder in einem Cafe´ ausgestellt hat. Schöne Landschaftsbilder von der derzeit unerreichbaren Nord- und Ostsee, Sommerbilder mit Blumen und auch vom alten Städtchen Gelnhausen. Das sah ich mir dann auch noch an, entdeckte alte Häuser und Katzen und eine engagierte Stadtkirchengemeinde, die zu mehr Gerechtigkeit aufruft.
Donnerstag hatte es zunächst genieselt, später aber rissen die Wolken auf. Das brachte mich zu einer Fahrradtour in den Süden. Erst in den Stadtwald, wo ich eine Mitarbeiterin des Wetterdienstes traf, dann durch den Osten Dreiecks bis nach Egelsbach. Dort gibt es Hessens ersten Rad-Schnellweg, den ich gleich testete. Über inzwischen etwa 6 oder 8 km bis in den Norden Darmstadts. Die Kennzeichnung ist sogar an die der Autobahnen angelehnt und bietet eine durchgehende breite gut befahrbare Trasse. Allerdings war Gegenwind, und so blieb es beim normalen Tempo. Für die Weiterfahrt bis zum Darmstädter Luisenplatz gibt es eine lange Fahrradstraße als Vorlauf.
Hatte ich mich schon auf die Expressfahrt mit dem Wind zurück gefreut, war ich dann nach gut 50 km doch erschöpft und nutzte für die Rückfahrt die S-Bahn.
Reisepläne: Heute ist es zwar kühler, aber sonniger; und das ist anscheinend die weitere Tendenz. Nächste Woche sind in unserer Siedlung Arbeiten an den Abwasserrohren angesagt. Da ist die Wassernutzung sehr eingeschränkt, Toilette und Dusche gehen wohl noch, Badewanne und Waschmaschine nicht. Gleichzeitig sehe ich wenig Chancen für eine abnehmende Corona-Tendenz in Frankfurt. Da müssten schon Angela Merkel oder wenigstens Herr Söder ein Machtwort sprechen. Also heißt meine Tendenz: Morgen ab nach Kassel! Das ist noch in Hessen und nahe genug, zur Not auch wieder zurückfahren zu können. In der anderen Richtung sind auch Nordrhein-Westfalen und Thüringen nahe, die uns beide die Einreise erlauben.
Bleibt gesund!
Liebe Grüße,
Jochen
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42 Saturday, October 10th, 2020 –  greetings from „risk area“

Dear friends and Bad Homburg readers,
now it got us on Thursday evening: Frankfurt on Main and its neighbor Offenbach got over the critical limit of 50 new infections per 100.000 inhabitants within one week. Now we are „risk zone“. No really hard limitations within our cities: Wearing our masks also in some shopping streets, pubs and restaurants close at 23:00, and no alcohol in parks and some public places. Much harder travel restrictions especially within Germany: Most German states allow day travel, but no hotel stay for inhabitants of „risk zones“ of other German states. Some states even require quarantine. Yes, you can show a negative test. So I did on Monday – it was n ´t hard anyway, but some expensive. I got the result on Thursday morning, dates indicating both Tuesday and Wednesday. But validity for release of travel restrictions is only 2 days. And weather was not fine for long travelling both on Thursday and Friday. So I can feel some relaxed, though I already was nearly sure to be healthy, riding 40 kilometers on my bicycle every day also this autumn – and being no more a young man anymore.
There are still some places to go: All over Hesse state, as restrictions are only for people out of Hesse :-). Also Northrhine-Westphalia and Thuringia, who still don´t put these inside-Germany restrictions. And Switzerland, who don´t care about cities and districts, only for states, restricting inhabitants of German city states of Berlin and Hamburg to enter. And of course, you should avoid Western Switzerland, which is risk area, too. I also could meet my neighbor, who is on holidays at Sicily in Italy: No risk zone, no restrictions for entry and hotels. But requiring to wear a mask everywhere outside, even on lonely beach walk or countryside bicycle ride.
Peoples´ behavior seems to be quite different: People look to me more cautious and sensitive in the region and in the countryside, women more than men, and especially people from Eastern Asia wearing mostly masks and keeping distance. The other side: Especially younger male on parties or elder ignorant people, wearing either no mask or below their nose, being so useful as a horse´s holster bound to its tail. Not to forget the idiots crying all regulations were taking their personal freedom. So they should discuss their ideas with people at Belarus. And who gets losses? Restrictions are to all people living in „risk areas“ as economy in these place loosing customers. And of course all those getting seriously ill.
And of course poor Frankfurt city politics, who got surprised by development as Deutsche Bahn by rails getting slippery by falling leaves each autumn. And still opening an „autumn fair“ in the city „with best hygiene conception since ever“, but booths causing crowds by narrowing pass-ways already one week before opening. Riding around the city yesterday evening: Business as usual as in autumn 2018, crowds and party groups all over the city and even at some hidden sports ground near Bockenheim. Berlin city seems to be the same. So we would need some strengthen of our Mrs Merkel or at least Bavarian Mr. Söder.
Unsure about coming restrictions and weather I stayed at home all last week, but some day trips to region. So to Gelnhausen by train on sunny Sunday to see the paintings of a new friend, and old city. Seaside landscape, actually inaccessible for Frankfurt people, summer flowers and also images of old town Gelnhausen, I walked later myself. Seeing old houses, towers and city walls, and cats. And engagement of city church community against racism and for more justice. Another tour on Thursday to the South. After rain had stopped and grey sky opened, I went by the city forest, reaching somewhere the recently opened section of Hesse´s first bicycle Expressway. Quite easy to go and indication reminding to the signposting of a „Autobahn“ for cars. But as I was riding against the wind, I just went on normal speed. Reaching Darmstadt city at the end, I felt too tired riding back with the wind as an express, but took the train.
Weather turned to be cooler, but more sunny. Use of water in our houses will be restricted all next week due to sewage works. We still can use shower or toilet, but no bathing or washing machine. The other is rising pandemic – and it looks to me no one taking it serious in our city.:-(   So I prefer to travel to Kassel tomorrow, just 2 hours by train, and still in Hesse. And not far from Northrhine-Westphalia and Thuringia both, who still allow us to enter – and stay in a hotel. And quite much to see, and many old places and forests around.
Please stay healthy!
Nice greetings,
Jochen
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By |2020-12-08T12:09:39+01:0010.10.2020|Jochen Near Homburg|0 Comments

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Die Gründerin und Herausgeberin von VeronikaVonTsurikov.com wohnt und LEBT (in) Bad Homburg und betreibt hier auch den eigenen gleichnamigen Lifestyle-Blog VeronikaVonTsurikov.com. Immer in Bad Homburg aktiv.

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