Jochen Near Homburg 38 – der persönlichste Reisebericht

//Jochen Near Homburg 38 – der persönlichste Reisebericht

Jochen Near Homburg 38 – der persönlichste Reisebericht

Liebe Freunde und Bad Homburger,
am Donnerstag Abend verabschiedete sich der sonnige Spätsommer und wich zwar immer noch mildem, aber regnerischem und wolkengrauen Wetter.
Bei der Stadt machten wir in der letzten Septemberwoche einen Wettbewerb „Himmelsstürmer“. Es galt, innerhalb von 8 Tagen möglichst viele Treppen-stufen zu erklimmen oder hinunterzulaufen. So verlegte ich meine sportlichen Aktivitäten verstärkt auf Treppen an U-Bahnstationen, im eigenen Haus oder im Büro. Am Mittwoch Endspurt, den ich abends am Goetheturm einlegen wollte. Aber der ist immer noch geschlossen, und so verlegte ich meine Aktionen an die Griesheimer Mainschleuse mit der sehr übersichtlichen Anzahl von genau 100 Stufen für einen Auf- und Abstieg. Dieser Freiluftort hatte auch den Vorteil, dass ich keine Maske aufsetzen musste – der Unterschied ist auf den U-Bahn-Treppen deutlich zu merken.
Immerhin schaffte ich auch die eine oder andere Fahrradtour – nur ohne Fotoapparat. Den nahm ich nur am Dienstag mit, als es bei der VGF einen Warnstreik gab und ich verwaiste Bahn-Haltestellen fotografierte.
Seit diesem Wochenende habe ich wieder – unbezahlten zusätzlichen – Urlaub. Die ursprünglich überlegte Reise nach Litauen, um eine liebe Freundin dort zu treffen, geht nicht – beide Länder sehen sich gegenseitig als Risikogebiet und fordern Quarantäne ein. Trotz deutlich steigender Ansteckungszahlen steht Deutschland auch in diesem Herbst immer noch verhältnismäßig gut da. Fast alle Länder in Europa haben höhere „Inzidenzen“, und die wenigen mit geringeren Ansteckungsraten wie Finnland und Norwegen, Griechenland und Zypern fordern teilweise Quarantäne. Italien und Polen sind etwa ähnlich wie Deutschland, wobei es in Polen regionale Risikogebiete  gibt.
So bleibe ich bei dem, was ich schon im August machte, einer Fahrradtour durch Deutschland. Allerdings gibt es auch hier Einschränkungen, da das Wetter nicht, wie sonst üblich, nach Regen um den „Tag der Einheit“ auf einen sonnigen „goldenen Oktober“ umschwenkt, sondern beim Wolkengrau bleibt. Tendenziell soll es im Osten mit eher kontinentalem Wetter bessere Chancen auf trockenes Wetter und vielleicht sogar Sonne geben Das passt gut mit den niedrigeren Ansteckungszahlen zusammen.
Ich hatte schon einen hastigen Aufbruch heute Abend überlegt – da auch Frankfurt am Main nahe am „Risikogebiet“ ist und mittlerweile auch in einigen Teilen Deutschlands aus „innerdeutschen Risikogebieten“ Kommende in Quarantäne müssen. Während es für Auslandsreisen eine gute Info-Seite des Außenministeriums gibt, macht jedes Bundesland, was es will und ändert das auch noch öfters. So verzichtet Berlin künftig auf „innerdeutsche Quarantäne“ – ist aber selbst zumindest bedenklich. Meine Stadt am Main war gestern auf einem wenig erfreulichen Platz 3 der Corona-Liste des Robert-Koch-Instituts mit einer „Inzidenz“ von 43. Heute ist es mit knapp 39 etwas weniger. Grund soll wohl ein Ausbruch in einer Flüchtlingsunterkunft sein. So kann ich noch etwas in Ruhe meine Reise vorbereiten.
Die Ironie am Ende ist, dass möglicherweise eine Reise nach Italien unproblematischer ist als nach Schleswig-Holstein, wo z.B. Einreisende aus 3 Berliner Bezirken in Quarantäne müssen, in anderen Bundesländern wiederum nicht. Insofern sind wir ausgerechnet in den Tagen, wo wir 30 Jahre Deutsche Einheit feiern, in einer Situation, die eher an den Flickenteppich der deutschen Kleinstaaten vor 1866 bzw. 1871 erinnert.
Bleibt gesund
und herzliche Grüße,
Jochen
Zu den Bildern:
Aus dem Nahverkehrsforum kam schon die Vermutung, die Taube würde einen „Ersatzflugverkehr“ anbieten :-).
Die Anzeige an der Bockenheimer Warte war schon früh dran: Die nächste U-Bahn fuhr planmäßig erst in 13 1/2 Stunden ein.
Und die Schranke in Kalbach beteiligte sich am Streik und sperrte den Bahnübergang, obwohl über den ganzen Tag keine Bahn fuhr.
EN
41 Sunday, October 4th, 2020 – Autumn
Dear friends and Bad Homburg readers,
warm and sunny late summer said „good-bye“ for this year and changed into rainy and grey, but still mild weather. As we had a stair-climbing competition „Sky striker“ at city administration, I changed physical activity to running up and down stairs at my house, my office and metro stations. Final day was Wednesday, and as Goetheturm still is closed, I walked the stairs at Griesheim Main river lock with exactly 100 steps for each up and down. Open air was some easier than at metro stations, where masks are required.
Also some bicycle tours. But as weather is cloudy, I took my camera only on Tuesday, when local public transport was on strike.
Some more – unpaid extra – holidays again from this weekend. No chance meeting my dear friend Lina at Lithuania, due to Corona rules requiring quarantine. Infection numbers are rising again – all over the world. Though getting to daily new infections of more than 2.000 every day Germany is still very good on European and global scale. Only few countries in Europe have less „incidences“, and some of them require quarantine coming from Germany. Still some countries left for travelling as Italy, Greece and Poland, but with some risk areas there.
Though we are told to stay within Germany for our holidays it might be easier to travel to some of our safe European neighbors instead to some other state in Germany. Each German state has its own rules for travelers from „risk areas“ within Germany. So Schleswig-Holstein requires quarantine for coming from some cities in Rhein-Ruhr district and some areas of Berlin, while Berlin just stopped its rules of „domestic travelers quarantine“. While it´s easy to find actual rules of each country in the world on website of Germany´s ministry of Exterior, its some complicated to find actual rules of all German states.
It´s important to me, as Frankfurt on Main was close to get into risk area status, reaching an „incidence“ of 43 yesterday (limit at 50), due to some outbreak in a refugee camp. So I thought of a hasty start this evening, before Frankfurt on Main would get a „risky site“. Now incidence is some lower at 39, and I can feel some more relaxed to leave in the beginning of next week. But still keep in mind to keep all my hotel bills to prove having left my city before starting to be a „risk area“. Beside, this would cause severe problems to our airport, as at least all traveller coming or leaving on road or rail, would pass our area. So, just during the days we celebrate 30th anniversary of Germany getting re-united, I feel somehow as in the years before 1866 or 1871 with all our small German mini-states, kingdoms and principalities. May be, I just should put my bike into a train and go to Italy via Switzerland – where rules are easy. 🙂
Have a nice weekend and stay healthy!
Jochen
Pictures:
Somebody at public transport forum suggested, the dove at Bockenheimer Warte was offering replacement flights :-).
Indication of metro arrival at Bockenheimer Warte was some early – next train was to arrive 13 1/2 hours later.
Metro barrier at Kalbach was supporting strike, locking metro crossing, though there was no train all day.
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By |2020-12-08T12:09:11+01:0004.10.2020|Jochen Near Homburg|0 Comments

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Die Gründerin und Herausgeberin von VeronikaVonTsurikov.com wohnt und LEBT (in) Bad Homburg und betreibt hier auch den eigenen gleichnamigen Lifestyle-Blog VeronikaVonTsurikov.com. Immer in Bad Homburg aktiv.

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