Jochen Near Homburg 02 – der persönlichste Reisebericht

//Jochen Near Homburg 02 – der persönlichste Reisebericht

Jochen Near Homburg 02 – der persönlichste Reisebericht

Liebe Freunde,

dieses Mal keine Reise-Erlebnisse. Anstatt eines Reiseberichts ein fortlaufender Bericht über das Leben in einer außergewöhnlichen Situation.

Dienstag habe auch ich „Hamsterkäufe“ gemacht: 8 Krimis in der Buchhandlung um die Ecke und ein Nokia-Handy als Notreserve, falls das jetzige Handy es nicht mehr tun sollte.

Gestern dann auf der Leipziger Straße ein paar Lebensmittel und ein paar Stück Seife gekauft. Im DM Drogeriemarkt deutliche Markierungen am Boden mit der Bitte, Abstand zu halten. Zwei Bettlern etwas gegeben, die sich richtig freuten – deren Geschäft dürfte auch deutlich schlechter laufen. Kaffee und Kuchen bei „Frida“ um die Ecke – mensch freut sich ja über die Begegnungen mit anderen Menschen. Gespräche sind ja auch über einen Abstand von 1,5 – 2 m möglich. Zwischendurch für einen Nachbarn ein Päckchen angenommen – mit deutlicher Unterschreitung des empfohlenen Abstands und sogar zufälliger Berührung am Finger (natürlich gleich danach Händewaschen!). Denn der Empfang muss ja im Displaygerät quittiert werden. Hier sehe ich eine deutliche Schwachstelle der Regeln. (Anm.: dieses Vorgehen wurde mittlerweile auch geändert.)

Im Supermarkt oder auch im Cafe´ ist das Einhalten des erforderlichen Abstands leichter.

Dann bei mildem Wetter auf Fahrradtour durch den Frankfurter Südwesten. Niddaabwärts, dann Goldstein, um einmal zu schauen, ob der neue Alltag dem Tannenkopfweg die ersehnte Beruhigung beschert. Nach meinem Eindruck eher wenig, da viele anscheinend von der Bahn aufs Auto umsteigen. Busse und Züge sind deutlich leerer. Allerdings sind auch viele zu Fuß – mit oder ohne Hund – und mit dem Rad unterwegs. Man hält Abstand, in der Bahn, im Laden und im Cafe´. Und wenn es enger wird, drehe ich auch schon mal den Kopf weg. Wir alle sind verunsichert, und ich habe den Eindruck, viele freuen sich über einen kurzen Gruß oder ein paar Worte. So ähnlich, wie bei Wanderungen in einsamen Wäldern.

Dann durch den Stadtwald, der im Augenblick für längere Freiluftaufenthalte für mich am ehesten angesagt ist. Denn das warme, trockene Wetter lässt auch meine Allergie etwas mehr aufkommen. In Kelsterbach fast normales Leben: Im dortigen Markt gab es fast alles zu haben, was das Herz begehrt, und was ich in Bockenheim zumindest gestern nicht fand: Nudeln, Konserven, Hygiene – Artikel außer Desinfektionsmitteln und Klopapier. Müllbeutel, Tempos und Küchenrollen nahm ich mit, jeweils einen Pack. Dazu Topfblumen für Garten oder Balkon – die Blumengeschäfte haben ja auch geschlossen.

Und in Zeilsheim kamen mir Menschen mit 2 Großpack Klopapier entgegen. Also rein in den örtlichen Aldi. Nein, ich wollte mich nicht den Hamsterkäufern anschließen, ich habe zu Hause genug. Aber ich war ja noch zur Rückenmassage bei verabredet (Anm.: zu diesem Zeitpunkt war das noch regelkonform), also nahm ich einen 8er-Pack mit. Bei ihrer Familie ging tatsächlich der Vorrat zur Neige, und sie hatten schon in ihrem Stadtteil vergeblich geschaut.

Vorsichtshalber stimmte ich mich mit meiner medizinisch erfahrenen Freundin über meine Symptome ab, die sie eindeutig als Allergie einstufte. Zu Hause kam später noch Druck auf die Nebenhöhlen dazu. Aber nach einer warmen Badewanne, 2 Flaschen Bier und Ausschlafen bin ich wieder fit. Also tatsächlich Allergie. Aber verunsichert war ich schon etwas. Ich will natürlich im Falle des Falles niemanden anstecken, aber ich will auch weder in unnötige (Selbst-) Isolation noch das Gesundheitssystem unnötig belasten, wenn sich die Sachlage sehr eindeutig darstellt. Heute Abend oder morgen soll es regnen. 🙂

English Version

We are still some lucky, either because of high standard of our health sys-tem and other infrastructure, either as government puts more weight on people keeping some basic rules of hygiene and keeping distance instead of totale quarantine for everybody. It is wise, as also WHO says, that total inclosure is less helpful. And Taiwanese are even more happy to have a re-al wise government, that started a high-effective health government due to SARS experience in 2003. Without total stop of public life AND very low rate of victims. Beside, also German „medicine man No. 1“ Drosten advises to go out to have sports and enjoy sun and nature – but to keep the rules!

It is a process of learning for me, friends and neighbors to handle it. So I had planned to meet an old friend in Harz region by direct train journey. Meanwhile we both also gave up this plan.

So staying at home, and going around by bicycle. As weather actually is close to 20 degrees, I had a 45 km tour by the South Western area around Frankfurt, also to receive a massage of my back by a friend (notice: It did not seem to be a problem and was still legal that day). Guess, after today´s learning, it was the last one for a while, and I will give her some money to the lack of regular visits to her.

A special problem is the run to shops for certain goods as noodles and toi-let-paper. The French are said to run for red wine :-). It is crazy, as industry and retail are on a very high level in Germany, and recent discussion was about the lot of waste of food. Our government tries to stop – and they are right. By my bicycle tours yesterday and today, of course keeping the rules, I discovered all „rare“ goods at some places around – even toilet paper! I bought one for my massage friend her family as they were getting some close of running out of toilet paper.

As I have some allergies to pollen, I realized some symptoms due to dry and windy weather. Though I am well used to this kind of symptoms, and they seem to be rather mild this winter, I felt some trouble, checking the dif-ferences between allergy and the virus infection. But also my friend with good medical education agreed to allergy. I was lucky to be fit again in the morning after two bottles of beer and a good sleep. Of course it makes sense to keep attention, but not to get crazy, either to avoid unnecessary quarantine, either not to bother health system by a rather clear affair. By the way, I was out this evening again, but everything fine due to low wind. And getting some bottles of beer I found the chance of buying some toilet-paper :-)). But didn´t do, as I have enough and no demand from any friend or neighbor.

So, let´s keep in contact that way. I would be glad about responses, also if you don´t want my reports, as you are bothered with enough other stuff.

God bless you, keep in good health and bestes wishes to all of you.


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By |2020-04-05T23:05:16+02:0019.03.2020|Jochen Near Homburg|1 Comment

About the Author:

Rafael Schimanski ist Gründer & Herausgeber der BHIS! Bad Homburger Infoshow unter http://www.dieBadHomburger.de und bezeichnet sein Portal selbst als Hessens ersten interaktiven Städteblog mit Text, Audio- und Videobeiträgen, welcher durch spannende Aktionen und einem Veranstaltungskalender unterstrichen wird.

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