Jochen Near Homburg 33 – der persönlichste Reisebericht

/, Jochen Near Homburg/Jochen Near Homburg 33 – der persönlichste Reisebericht

Jochen Near Homburg 33 – der persönlichste Reisebericht

Liebe Freunde und Bad Homburger,
seit gestern Urlaub – und in der 4 1/2 Tagen seit meinem letzten Bericht ist viel passiert. Nicht im Büro, aber in der Welt.
Fange ich mit den missratenen Wahlen von Belarus am Sonntag an, wo es schon zur unrühmlichen Tradition geworden ist, dass die „Wahlauszählung“ dem letzten Diktator Europas, Lukashenko, regelmäßig 80 % der Stimmen bescheinigt. Jetzt gibt es richtig Aufruhr im Volk, durchaus vergleichbar dem Geschehen in den USA nach dem Polizeimord an George Floyd. Jetzt sollten wir uns den Namen Tichanowskaja merken. Auch mein Textprogramm hat gerade den Namen gelernt. Ihr Mann als eigentlicher Kandidat der Opposition im Gefängnis, war sie jetzt die Gegenkandidatin – und ist jetzt „aus Sicherheitsgründen“ mit ihren Kindern im Exil in Litauen.
Das Dauerthema Corona – von Lukashenko konsequent geleugnet – beherrscht auch Deutschland wieder stärker: Die Infektionszahlen steigen eindeutig wieder – da hilft auch der Hinweis unseres klugen Gesundheitsministers auf steigende Testzahlen nichts. Mit knapp 7.000 netzen Infektionen pro Woche sind wir wieder da, wo wir Anfang Mai waren. Da hilft auch keine Häme gegen Bayerns Markus Söder nichts, wo die händische Versendung der Tests zu Verzögerungen bei der Auswertung führt. Aus meiner Sicht ist Söder immer noch einer der wenigen Politiker in Deutschland, die wirklich entschlossen gegen die Pandemie vorgehen.
In Russland wurde jetzt der erste Impfstoff gegen Corona vorgestellt, mit dem schönen Namen „Sputnik V“. Allerdings gibt es weltweit Zweifel von Experten, da die vorherige Testung eher mager ausfiel. Bei derzeitigen Erfahrungen etwa mit neuen Nahverkehrszügen in unserem Land kann ich diese Zweifel verstehen. Und bei neuen S-Bahnen mit nicht ausreichender vorheriger Testung sind die Folgen begrenzt auf vermehrte „Verzögerungen im Betriebsablauf“. Putins amerikanisches Pendant 🙂 , der allerdings weniger smart ist, will jetzt in „Warp Speed“ nachziehen und dürfte mit dieser Ankündigung vor allem Fans von „StarTrek“ (in meiner Jugend noch „Raumschiff Enterprise“) begeistern. Boris Palmer hat sich testen lassen, allerdings mit einem Produkt aus seiner Heimatstadt Tübingen, und als freiwillige Testperson im Rahmen einer regulären Testreihe. Hoffen wir, dass der Test erfolgreich ist und ihn ohne größere Nebenwirkungen schützt – ich würde einem Produkt aus Europa oder den Demokratien an den Ufern des Pazifik durchaus den Vorzug geben.
Bei mir selbst ist gerade die 3. Masken-Generation eingetroffen, ein neuartiges Produkt portugiesisch-Schweizer Herkunft. Im Internet gab es vor einigen Tagen Berichte über sogenannte „Livingguard“-Masken. Die sollen mit positiv geladenen Stoffen die negativ geladenen Viren neutralisieren und eine Schutzwirkung von 99 % erzielen – in beiden Richtungen. Das heißt, sie schützen in der Version ohne Ventil wie gehabt die anderen, aber auch mich selbst als Träger jeweils zu 99 % vor Ansteckung. Erprobt in Tests an den Unis in Aachen und Berlin. Tragbar 8 Stunden, und das Tragen kann eine Woche lang wiederholt werden, dann ist eine Handwäsche bei unter 40 Grad fällig. Das werde ich jetzt in den nächsten Tagen ausprobieren. Im ungünstigsten Fall habe ich für herkömmliche Masken 34 Euro das Stück statt der sonst üblichen 6 – 10 € bezahlt; im günstigsten Fall erzielen diese Masken wirklich diese Schutzwirkung. Beweisen lässt es sich für mich nicht, da ich mich natürlich weiterhin an die üblichen Schutzregeln halten werde, und natürlich ein Restrisiko immer bleibt – wie in allen Bereichen des Lebens.
Ich werde aber in den nächsten Tagen über meine Trage-Erfahrungen berichten.
Gestern freute ich mich über meinen ersten Urlaubstag – und wurde zusammen mit allen Nachbarn im Umkreis von 100 m unsanft geweckt. Nein, kein Jumbo-Jet von Japan Airlines („Stenkelfeld“ -Freunde aufgemerkt) versuchte, auf dem Hessenplatz zu landen. Sondern die von der Genossenschaft beauftragte „Gartenpflege“ war da und trieb mit ohrenbetäubendem Zweitakter-Lärm ein paar Blättchen um unseren vorderen Hof und lagerte sie dann genau vor unserer Haustür ab. Hinten ging dann das Spektakel weiter und staubte noch allen Nachbarn ihre Erdgeschoss-Wohnungen voll. Immerhin gab es dort tatsächlich eine Rechtfertigung für den Einsatz, weil einige Weichholz-Sprösslinge auf diese Weise herausgeblasen wurde.
Ich startete eine Unterschriften-Sammlung unter den Nachbarn gegen diese Art von „Gartenpflege“, gegen die der sprichwörtliche Bock in meinen Augen noch ein erfahrener Experte ist. Und ich überlege, bei ChangeOrg oder Avaaz eine Petition zu starten. Die Dinger sind – nicht für mich – der Inbegriff umweltfeindlicher Technik und vergleichbar den Panzerfahrten der lokalen Bauern zum Melken in den alten Ostfriesen-Witzen. Die Bürger wehren sich gegen Flugverkehr, Bahnverkehr und alles mögliche – nur gegen die noch weitergehende Verlärmung aller Lebensbereiche durch diesen absoluten Technikschrott nicht. „Alle Lebensbereiche“ könnt Ihr wörtlich nehmen: Vor einigen Jahren wurde ich aus der Ruhe eines morgendlichen Wattspaziergangs bei Büsum aufgeschreckt, weil irgendwo im 1 km entfernten Ort ein Laubbläser dröhnte und auch das vom allerdings weiter landeinwärts startende Flugzeug übertönte.
Hoch „Detlef“ beschert uns seit einer Woche Hitze, richtige Hitze über 35 Grad. Seit Sonntagabend wird die Hitze immer wieder von Gewitterregen durchsetzt, die ersparen immerhin das Gießen im Garten. Auch sinken die Tagestemperaturen jetzt in Bereiche etwas unter 35 Grad, aber die Schwüle lähmt jede Bewegung. Da bleiben nur noch die kurzen Wege im Stadtteil, zum Einkaufen und ins Cafe´. Übrigens: Bettler und andere arme Menschen freuen sich sehr deutlich über Flaschen mit Mineralwasser etc.
Die Vögel im Garten auch, und da auch noch ein Tip: In die Wasserschale gelegte Stöckchen oder Grashalme können ins Wasser geratenen Insekten helfen, wieder hinauszukommen.
Nach dem Abendessen war es dann gestern immerhin kühl genug für meine tägliche Fahrradtour. Die ging dann in den westlichen Hochtaunus, über Eschborn und Kronberg bis nach Königstein. Knapp 2 Stunden bergauf, in etwas mehr als 1 Stunde als „Mitternachts-Express“ wieder ins heimatliche Bockenheim. Dazwischen noch ein kleiner Spaziergang bis zum Tor der angestrahlten Burg.
Leider ist der Himmel jetzt nachts weitgehend bedeckt. Jetzt ist nämlich Sternschnuppen-Zeit. Wie jedes Jahr um diese Zeit wandert die Erde durch den Bereich der Perseiden. Bei wem von Euch der Himmel klar ist, der kann vor allem zwischen 23 und 1 Uhr vorzugsweise in Richtung Nordosten schauen. Und wer eine Sternschnuppe sieht, kann sich dann etwas wünschen, sollte aber den Wunsch nicht verraten.
Bleibt gesund (auch ohne Sternschnuppen, aber mit Verstand)
und herzliche Grüße,
Jochen
EN
Dear friends and Bad Homburg readers,
I have regular holidays since yesterday – and happening much just in 4 1/2 days. Not in the office, but everywhere else.
Starting with failed elections at Belarus on Sunday. It is bad tradition, that each time 80 % have „voted“ for dictator Lukashenko. As her husband as leader of democratic opposition was put into prison, Swajatlana Tichanowskaja was the new leader of democratic opposition. Faked results caused heavy uproar all over the country, reminding to the effects of George Floyd being murdered by police in USA some months ago. Mrs Tichanowskaja left „by security reasons“ Lithuania exile.
Corona pandemic is the always topic all over the world. Now the rates of new infections are rising, not only in Germany. Back to daily around 7.000 new infections as in the beginning of May. And our wise Ministry of Health says, it´s because of testing more people. It has some influence, but more carelessness of people. Travelling to risky countries with high rates is one more reason beside some other.
Mr. Putin proudly proudly proclaimed, Russia has got its vaccine, called Sputnik V. Experts all over the world are more sceptic, as they hadn´t done the careful testings of it which are usual. Consumers have these experiences sometimes with new products or models. Okay, Mr Putins less smart twin across the ocean of course soon announced, USA would follow in „warp speed“. Okay, at least „StarTrek“ fans will be happy :-).
I am just going to test a new product myself: There had been reports in the web about new „livingguard“ masks, which shall protect both the person wearing the mask  a n d – in case of valveless version – the other by 99 %. The effects is done by a positive material loading, which would neutralize virus with negative loading. Some products use metals as silver which are said to have the risk of some bad effects. So I use a cloth model Swiss-Portuguese origin. According to their manual you can wear it for about several hours and use it again every day for about a week, than hand wash by less than 40 degrees. 3 masks came yesterday, and I will report about my wearing experiences. Of course I will continue to the usual standard hygiene rules. So I cannot prove the effect. But it has been tested by Aachen and Berlin universities. In bad case I have paid 34 € for a normal mask instead of 6 – 10. In best case the mask has the promised effects. So, especially my Russian friends could first try the Swiss Wingbrush mask before they get their Sputnik vaccine. Okay, I recommend to keep to the usual rules, too.
My first holiday yesterday, but waked up by terrible noise at 7:23 h in the morning. No construction works for a new metro line in our small street, but cooperative´s „garden maintenance“ by a leaf blower with a stinky two-stroke Diesel as old GDR Trabant cars. There were some leaves on the ways in front of our houses, getting driven by the leaf blower once around our housing and put just in front of our house door. Then the same procedure in the back yard, blowing dust and dirt into the open windows of ground floor flats. At least, there was really some reason to tear off some weeds at a small sections.
So I started a petition among all our neighbors, and also think of starting a petition on Federal level at ChangeOrg or Avaaz. The proverbial buck is a better gardener than all these „experts“ with their leaf blowers. They are as useful as tanks for the ride of farmers to milk their cows in the old jokes about stupid people in Eastern Frisia. Beside noise these machines heavy pollution and destroy micro-fauna in the soil and can kill a lot of small animals. Citizen protest against air traffic, new rail projects and many other things – but are eager to use leaf blowers, which spread their noise into any area of life. Literally – enjoying a morning walk in warden sea in Schleswig-Holstein some years ago, I was heavily disturbed by the noise of some leaf blower about 1 km away on land, getting louder than some airplane starting some farther away.
We got real hot weather by high pressure area „Detlef“, with 37 degrees at Frankfurt in the weekend warmer than in Croatia with mild 32 degrees. Meanwhile we get our daily thunderstorm, sparing the watering of garden. But  humid air with just some below 35 degrees doesn´t allow much action outside.
Two tips: Beggars and other poor people are really grateful, if you give them a bottle of soda water.
And of course, also birds are grateful for drinking water. If you put a twig into the water, reaching to the edge of bowl you will help insects to escape from water.
It was too hot for anything out of Bockenheim yesterday, but it was mild enough for my daily bicycle ride in the evening. So I had my „holiday trip“ out of town to Western Hochtaunus by Kronberg to Königstein, having a little walk to the gate of alighted castle. Riding up took my nearly 2 hours, „midnight express“ down just some more than 1 hour.
Actually it´s the time of Perseide shooting stars. Every year around this date Earth is getting by their area. If you can enjoy clear sky, you should have a look between 11 p.m. an 1 a.m. best into North-Eastern section. In case you see shooting star, you can have a wish – but don´t tell it to anybody else.
So long. And stay healthy – also without shooting stars, but using your brain.
Nice greetings,
Jochen
No votes yet.
Please wait...
By |2020-11-09T10:57:31+01:0013.08.2020|Allgemein, Jochen Near Homburg|0 Comments

About the Author:

Die Gründerin und Herausgeberin von VeronikaVonTsurikov.com wohnt und LEBT (in) Bad Homburg und betreibt hier auch den eigenen gleichnamigen Lifestyle-Blog VeronikaVonTsurikov.com. Immer in Bad Homburg aktiv.

Leave A Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.