Liebe Freunde, Bad Homburger und zukünftige Hofheimer!

Die letzten beiden Tage meiner Fahrradtour verbrachte ich entlang des Rheines zwischen Basel und Strassburg und schaffte es so, dass sich meine Reise auf 4 Länder erstreckte. Es war eine gute Entscheidung, auf das französische Rheinufer zu wechseln. Dort führt der Radweg über große Strecken entlang eines kleinen Kanals von großer geographischer Bedeutung, nämlich vom Rhein zur Rhone. Dieser Kanal wurde in den Jahrzehnten vor und nach 1800 gebaut und ist dementsprechend nur für sehr kleine Schiffe und Boote ausgelegt. Parallel zum Rhein führt der Kanal durch malerische Landschaften mit Auenwäldern und viel Natur. Passenderweise gibt es auf einer Strecke von 14 km eine ausgedehnte Ausstellung mit super Fotos von Naturbildern. Zahme und wilde Tiere, Elefanten bei der Arbeit und kleine Insekten in Nahaufnahme, dazwischen auch einige Landschaftsaufnahmen. Auf jeden Fall sehr sehenswert.

Später führte die Radroute durch die Landschaft der Oberrhein-Ebene mit Maisfeldern, Wiesen und Industrieanlagen und Blick auf den Schwarzwald im Osten und die Vogesen im Westen. Kleine Dörfer mit heimisch klingenden Namen wie Petit Landau und Hombourg. Petit Landau hat eine schöne alte Kirche, Hombourg zwei schöne Katzen :-).

Ich hatte ein Hotelzimmer in Freiburg gebucht und war nun weit westlich unterwegs. Da mir auch das Elsass gefiel, wollte ich mein Zimmer stornieren und dort etwas suchen. Ging aber nicht, obwohl es theoretisch bis 18 Uhr möglich war. Aber so ist das mit Service und Technik in unserem Land: Weder das Hotel noch die HRS-Buchungsplattform waren über Telefon zu erreichen. Freies Internet gab es in den ländlichen Weiten des Elsass genauso wenig wie auf der deutschen Seite des Rheins.

Also bei Neuenburg auf die badische Seite des Rheins und dann irgendwo für das letzte Stück in einen Zug gestiegen. Immerhin funktionierte in Freiburg das Internet, und so konnte mich GoogleMaps wunderbar zu meinem etwa 5 km vom Hbf entfernten Hotel im Vorort St. Georgen geleiten. In der Gegend in unmittelbarer Nachbarschaft einer Schnellstraße sagen sich am Sonntagabend nicht einmal Fuchs und Hase gute Nacht. Aber Freiburg hat nicht nur sehr gute Straßenbahnen, sondern auch hervorragende Radrouten. Auf der FR2 kam ich wie mit einer Metro in etwa 15 Minuten ins Leben am Stühlinger und fand dort zu später Stunde auch noch ein Restaurant zum Abendessen.

Montag wollte ich wieder zum Rhein und machte noch einen Bogen zurück nach Südwesten, wo ich in den Zug gestiegen war. Dann nach Nordwesten nach Breisach zum Rhein. Das letzte Stück durch Auenwälder an Kiesgruben, und schließlich Breisach mit seiner Festung und quirligem Touristenleben. Am Rand des Kaiserstuhls weiter nach Norden, auch hier wieder Baggerseen und Auenwälder. In Wyhl am Kaiserstuhl verhinderten die Bürger den Bau eines Atomkraftwerkes, was sogar Eingang in meinen Deutschunterricht im fernen Hamburg fand. Wenige Kilometer rheinaufwärts bauten die Franzosen ein Atomkraftwerk in Fessenheim und betreiben es heute noch.

Bei Marckolsheim wieder über den Rhein nach Frankreich. Ein schnurgerade, wenig befahrene Landstraße führt über fast 20 km nur durch Auenwälder bis Diebolsheim. Dort fand ich für 30 € eine Übernachtung in einem Privatquartier, das sich als kleines Paradies erwies. Meine Wirtsleute sind ein reizendes altes Ehepaar, sie ist nunmehr 82 Jahre alt. Beide feierten neulich ihre diamantene Hochzeit. Die Frau ist begeisterte Gärtnerin und zieht liebevoll heimische Kräuter und riesige Tomaten heran, aber auch Pflanzen aus Südostasien und sogar Kiwis.

Nach insgesamt 100 Kilometern am Montag fiel das Radfahren am Dienstag etwas schwer. Aber erst einmal gab es noch am Rande des Dorfes die Mariengrotte mit einem wunderbaren Garten zu bewundern, in dem reger Flugverkehr von Bienen und Schmetterlingen herrschte. Dann noch knapp 40 km am Kanal bis Strasbourg. Nächstes Jahr um diese Zeit werde ich in Pension gehen. Dann will ich den in umgekehrter Richtung entlang fahren – um den Winter am warmen Mittelmeer zu verbringen.

Die Grenze nach Deutschland überquerte ich zur Abwechslung mit der Straßenbahn, die seit einigen Jahren von Straßburg nach Kehl fährt. Die weitere Rückfahrt mit Regionalzügen verlief dann sehr glatt, und am späten Abend war ich dann wieder in „Bockenheim25“, wie ich unsere Dauerbaustelle mittlerweile nenne.

Gestern dann wieder ins Büro, Wiedersehen mit Nachbarn und Kollegen. Heute dann mein Geburtstag, der sehr unspektakulär verlief. Freunde, Kollegen und Nachbarn gratulierten mir lieb. Eine besondere Beschäftigung verschaffte mir meine Kamera. Die geht zwar noch, aber nicht mehr alles. Ich war zwischen verschiedenen Geschäften unterwegs. Und schließlich stellte sich heraus, dass die 4-Jahrs-Garantie genau 3 Wochen abgelaufen ist. Und für eine eventuelle Kulanzregelung ist die Allianz-Versicherung zuständig, die aber dafür nur per E-Mail zu erreichen ist.

Das Wetter war auch nicht besonders und verlockte jedenfalls nicht zu ausgedehnten Ausflügen. Stattdessen machte ich in der Nähe meines Büros einen „Bürgertest“, um auch mit Impfung nach all meiner Reise auf der sicheren Seite zu sein.

 

Liebe Grüße,
Jochen

 

—Englisch Version—

Dear friends, Bad Homburg and Hofheim readers!

Leaving Freiburg on Monday midday heading West to river Rhine. First back Southwest to Heitersheim, from where I had gone by train to Freiburg. Than Northwest by the plains to Breisach on river Rhine, with a fortification and busy tourist life. Kaiserstuhl rises from the plains. Nearby citizen of Wyhl were successful in protests against the plans of a nuclear power station, which even were subject to my school lessons in far away Hamburg in the 70ies. Nevertheless, there is another nuclear power station a few kilometers river-up at French Fessenheim, still working. Riding by large floodplain forests on shore of river Rhine, with some quarry ponds and creeks. Crossing the river to France near Marckolsheim I went by a small lonely road by some 20 km straight through a long-stretched forest. At its end I reached a little paradise at Diebolsheim village. I found a private pension of a real nice old couple, who are happy to be married since over 60 years. Especially the lady loves gardening, growing local herbs, real giant tomatoes and exotic plants, even kiwis.

Some tired after long ride on Monday the distance of just 40 km to Strasbourg was some hard to me on Tuesday. But first I could visit another wonderful garden in the same village, belonging to St. Mary´s grotto with busy air traffic of bees and butterflies. Riding along small channel from Rhine to Rhone, built in the decades of industrialization around 1800. Now a leisure and nature resort, boats, bicyclists and dragon-flies. Thinking I will travel along the same route in opposite direction in one year when I will be in pension – to spend next winter at mild Mediterranean Sea.

Another border crossing back to Germany – this time by tramway. It´s part of a large route network, that grows since the early 90ies, stretching meanwhile over 50 km served by 8 lines.

Back home meeting neighbors and colleagues with nice gratulations for my birthday yesterday. The day itself was nothing special, as weather was rather grey and I was busy to get a repair of my camera. I have a guarantee – but it ran out just 3 weeks ago. So at the end I sent an E-mail to the assurance asking for a goodwill handling. And never-ending construction site at our housing. Construction in our country is really super-slow, think of BER or Stuttgart21. We have „Bockenheim21“ 🙁  Ancient Egyptians had been faster.

Nice greetings,
Jochen

 

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