Im leisen, kraftstoffsparenden und schadstoffarmen Hybrid-Antrieb sieht die Stadt Bad Homburg v.d.Höhe die Zukunft des Stadtbusverkehrs. Jetzt testet die Stadt zwei Wochen lang einen Bus mit Hybrid-Antrieb im Linienverkehr.

Den Test hat Oberbürgermeister Michael Korwisi angeregt.

„Das Hybrid-Fahrzeug verspricht Vorteile: leises Anfahren an den Haltestellen, geringeren Spritverbrauch und damit finanzielle Entlastung sowie einen deutlich niedrigeren CO2-Ausstoß, also letztlich ein Beitrag für eine bessere Luftqualität etwa im Kurbezirk“

, erläutert er. Der Test soll zeigen, ob das Fahrzeug beim täglichen Betrieb auf der Strecke auch halte, was es verspreche.

Das Fahrzeug der Marke Volvo verkehrt auf verschiedenen Linien. Derzeit lässt die Stadt den Wagen auf Linie 6 fahren: vom Sportzentrum Nordwest über Bahnhof und Rathaus durch den Kurpark bis zum Amtsgericht.

Korwisi kündigte an, dem ersten würden weitere Tests folgen. Fahrzeuge mit alternativem Antrieb gibt es auch von den Herstellern MAN und Solaris. Die Wagen sollen jeweils zwei Wochen im Echtbetrieb durch Bad Homburg fahren. Die Stadt achtet unter anderem auf Spritverbrauch, Fahrplantreue, Bedienung der Haltestellen, Rückmeldungen der Fahrgäste, Erfahrungen der Busfahrer, Ansprüche an die Werkstatt, Wartungsaufwand und die Anfälligkeit für Störungen.

Der tonnenschwere Volvo setzt sich mit Hilfe eines Elektromotors in Bewegung. Gespeist wird der Antrieb von einer Lithium-Ionen-Batterie auf dem Dach, deren Energiegehalt ungefähr 0,2 Litern Diesel entspricht. Erst bei Tempo 15 springt der 210 PS starke Diesel-Motor an. Der Hersteller spricht von einem um rund 35 Prozent geringeren Verbrauch. Sollten die Zahlen sich bestätigen, würde der Hybrid-Bus rund 10.000 Liter Treibstoff pro Jahr weniger verbrauchen als sein mit einem Dieselmotor ausgerüsteter Verwandter und damit auch erheblich geringere Mengen an CO2 und Feinstaub ausstoßen.

Die Stadt Bad Homburg setzt bereits bei kleineren Fahrzeugen auf Elektro-Motoren. So werden die Dezernenten schon länger in einem Wagen mit Hybrid-Antrieb gefahren. Der Betriebshof setzt im Kurpark kleine Fahrzeuge mit Elektromotoren ein. Zum Fuhrpark der Stadt gehören Elektro-Roller und Pedelecs. Der künftige Wagen der Poststelle wird ein reines Elektrofahrzeug sein.

Bei einem positiven Test stehen die Chancen gut, dass in Kürze auch Busse mit alternativem Antrieb durch die Kurstadt fahren. Korwisi weist auf den Haushaltsentwurf hin:

„Der Magistrat hat darin einen Zuschuss von 850.000 Euro für die Anschaffung von Bussen mit alternativem Antrieb im Haushaltsjahr 2013 gebilligt.“

Und welche Wagen dann einmal durch den Kurpark rollen werden, das hängt von den jetzt beginnenden Tests ab.


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