Titelbild: Mehr Wohnen - weniger Gewerbe in Dornholzhausen

Der Bad Homburger Magistrat hat ein erstes Konzept für Wohnbebauung auf Teilen des heutigen Büroparks Dornholzhausen vorgelegt. Die Gebäude im südlichen Teil des Gebietes sollen Mehrfamilienhäusern weichen, die künftig Wohnraum bieten werden. Erhalten bleiben nur die bestehenden Gebäude entlang der Saalburgstraße. In deren Räumen werden weiterhin Büros und Praxen untergebracht sein. Zusätzlich soll aber dort eine Kindertagesstätte möglich gemacht werden.

Oberbürgermeister Michael Korwisi weist auf die Entwicklung von Angebot und Nachfrage bei Wohn- und bei Gewerbeimmobilien hin, die eine Änderung des Bebauungsplans 49 Kälberstücksweg / Hohemarkstraße / Saalburgstraße sinnvoll mache.

„Bad Homburg braucht Wohnraum, die Suche nach Gewerbeimmobilien dagegen konzentriert sich auf zentrale Lagen“,

sagt er. Der Bestand an Büroflächen in der Peripherie dagegen sei kaum zu vermarkten. Dazu zählt in Bad Homburg auch der Büropark Dornholzhausen, der in den 90er-Jahren auf Betriebsgelände von Peters Pneu Renova entstanden war. Heute weist der Komplex zwischen Saalburgstraße und Dietrich-Bonnhoeffer-Straße mit einer Geschossfläche von insgesamt rund 23.000 Quadratmetern einen Leerstand von etwa 55 Prozent auf.

Das vorgelegte städtebauliche Konzept enthält erste Ideen für die künftige Gestaltung des Gebietes. Danach bleibt ein H-förmiges Gebäude an der Saalburgstraße stehen. Es steht für Büros und Praxen zur Verfügung. In einem Gebäudeteil wäre Raum für die Kinderbetreuung. Südlich davon können Mehrfamilienhäuser mit drei bis vier Vollgeschossen entstehen. Eine niedrigere dreigeschossige Bauweise soll entlang der Dietrich-Bonnhoeffer-Straße entstehen. Vier Geschosse und ein Staffelgeschoss sind für die Gebäude in der Mitte des Grundstücks vorgesehen. Die Höhe der neuen Gebäude würde die derzeitige Höhe der Bürogebäude deutlich unterschreiten. Insgesamt können so rund 55 Wohneinheiten entstehen.

Der Geltungsbereich des Bebauungsplans, der jetzt geändert werden soll, umfasst eine Fläche von rund 1,7 Hektar. Ein rund 8.900 Quadratmeter großer Teil bleibt Gewerbefläche. Der rund 6.240 Quadratmeter umfassende südliche Teil wird als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen.

Die Stadtverordneten hatten 2011 im Grundsatz beschlossen, in Dornholzhausen die Weichen für Wohnen statt Gewerbe zu stellen. Dafür sind Änderungen des Bebauungsplanes erforderlich. Die Stadtverordneten räumten dabei der Neuerung für die ehemaligen Flächen der Lilly Deutschland GmbH höhere Priorität ein. Dieser Teil, er umfasst die östlichen Flächen des Geltungsbereichs des Bebauungsplanes 49, besitzt in seiner neuen Fassung bereits Rechtskraft. Ein Teil des Gebietes wird durch einen Investor bebaut werden. Einen zweiten Teil werden die Stadtwerke und die Stadt nutzen. So sollen auch 27 kleinere, preiswerte Wohnungen und ein Versammlungsraum für Dornholzhausen für 200 Personen entstehen.

„Mit den Zwei-Zimmer-Wohnungen oder Appartements können wir dort ein neues Angebot schaffen. Nutzen können das zum Beispiel Erzieherinnen und Erzieher, die in unserer Stadt arbeiten wollen“,

erklärt Korwisi.

„Mit dem Versammlungsraum erhält Dornholzhausen endlich auch eine Räumlichkeit für größere Veranstaltungen als sie derzeit im Vereinshaus möglich sind.“

Der Bereich westlich und südlich der Dietrich-Bonnhoeffer-Straße, der ebenfalls in den Geltungsbereich des Bebauungsplans 49 fällt, wird nicht geändert. Die dort bestehende Wohnbebauung soll unverändert erhalten bleiben.

Der Magistrat hat sich jetzt für die Änderungen im Büropark ausgesprochen. Die Stadtverordneten werden voraussichtlich am 16. Mai darüber entscheiden.


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