Dass immer mehr junge Leute förmlich aus Bad Homburg abwandern ist längst kein Geheimnis mehr. Verständlich, denn in unserer Stadt herrscht der Champagner-Aufschlag auf Miet- und Eigentumsobjekte wie in sonst keiner anderen Stadt in Hessen. Muss denn daher hier gehandelt werden? Anscheinend schon. So haben die Stadt Bad Homburg  und die Nassauische Heimstätte Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH einen Vertrag über den Erwerb von Belegrechten unterzeichnet. Oberbürgermeister Alexander Hetjes und Stadtrat Dieter Kraft setzten für die Stadt ihre Unterschrift unter das Papier, für die Gesellschaft unterzeichneten Geschäftsführer Dr. Constantin Westphal und Regionalcenterleiter Holger Lack.

„Die Stadt erwirbt die Belegrechte für die 54 Wohnungen, denn wir brauchen diesen Wohnraum für Personen mit geringem Einkommen“,

sagte Oberbürgermeister Hetjes bei der Unterzeichnung. Die Kosten dafür liegen bei rund einer Million Euro.

Ziel der Stadt Bad Homburg sei es, die Belegrechte zumindest in gleichen Größenordnung zu erhalten wie Wohnungen aus der Bindung herausfallen, so Hetjes.

„Wir freuen uns, dass wir die Stadt in Ihrem Bemühen unterstützen können, preiswerten Wohnraum zu erhalten, gerne würden wir mehr bauen“,

sagte Dr. Westphal. Derzeit sei es für Alleinstehende und Familien mit geringem Einkommen schwierig, in Bad Homburg bezahlbaren Wohnraum zu finden, erläuterte der Oberbürgermeister. Er sprach sich zur Verbesserung der Situation für eine Mischung aus Förderung der betroffenen Personen, der sogenannten Subjektförderung, und des Baus geeigneter Wohnungen, der sogenannten Objektförderung, aus.

Der Vertrag umfasst 54 Wohneinheiten in der Seifgrundstraße mit einer Gesamtfläche von rund 2.400 Quadratmetern. Er regelt auch die Vergabe der Wohnungen. Berechtigt zum Bezug sind damit nur Haushalte, deren Einkommen die Grenzen nach dem Hessischen Wohnraumfördergesetz nicht überschreitet. Die Stadt kann der Nassauischen Heimstätte Wohnungssuchende vorschlagen.

„Diese Vereinbarung ist ein erster Schritt“,

erinnerte Stadtrat Dieter Kraft. Die Stadtverordneten hatten in ihrer letzten Sitzung des vergangenen Jahres dem Erwerb der Belegrechte von insgesamt 119 Wohnungen zugestimmt. Weitere 48 Wohnungen, die sich im Eigentum weiterer Gesellschaften befinden, liegen am Gluckensteinweg und im Usinger Weg, 17 Wohnungen in der Gartenfeldstraße.

Blick auf die Karte

54 Wohneinheiten in der Seifgrundstraße mit einer Gesamtfläche von rund 2.400 Quadratmetern

Meinung

Wird dies den Bürgern die Entscheidung vereinfachen? – Jungen Leuten und Familien erscheint dies zu wenig.

Harte Ab-Rechnung
Eine sehr löbliche Amtshandlung, denn bedenkt man die Einwohneranzahl in Bad Homburg (liegt bei knapp 54.000 Einwohnern), wurde für 1/1000 der Einwohner etwas bewegt. Werdet ihr nun in Bad Homburg weiterhin nach günstigem Wohnraum suchen oder bleibt vermutlich die Entscheidung, in eine nahe gelegene Stadt umzuziehen? Wollt ihr einer dieser 54 Wohneinheiten in der Seifengrundstraße? Lasst es uns in der Kommentarfunktion wissen.  


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Erhalt junger Leute in der Stadt durch einen Vertrag über den Erwerb von Belegrechten?, 9.5 out of 10 based on 2 ratings