Der Bad Homburger Magistrat hat ein Konzept für die Planung von acht Stadtteil- und Familienzentren vorgelegt. Jeweils ein Zentrum soll einen der Bereiche Gartenfeld, Dornholzhausen, Gonzenheim, Kirdorf/Eichenstahl, Ober-Eschbach, Berliner Siedlung, Ober-Erlenbach sowie Alt- und Innenstadt abdecken. Der Jugend- und Sozialausschuss hat dem Vorschlag einmütig zugestimmt. Die Stadtverordneten beraten und entscheiden am 24. Februar über das Thema.

Jedes Familienzentrum soll eine wohnortnahe Anlaufstelle für alle Altersgruppen sein.

Der Alltag der Bürgerinnen und Bürger spielt sich in den Stadtteilen ab. Dort besteht also auch der größte Bedarf für soziale Dienstleistungen von der Kinderbetreuung über die Beratung bis hin zur Seniorenarbeit. In den Familienzentren können Bürgerinnen und Bürger sich begegnen und bei vielen sozialen Anliegen erste Kontakte knüpfen

, erläutert Stadtrat Dieter Kraft.

In den Bad Homburger Stadtteilen gibt es gute soziale Angebote: Kindertagesstätten, Schulen, Kirchen, Vereine, Wohlfahrtsverbände, Senioreneinrichtungen und Beratungsstellen sind dort aktiv. Sie bearbeiten nur teilweise die gleichen Stadtteile, und andersherum kennt nicht jeder Anwohner alle Dienste in seiner direkten Nachbarschaft. Die Familienzentren koordinieren diese Angebote, stellen Kontakte her und bieten Raum für Veranstaltungen und Begegnung.

Wir verstehen sie einmal als Lotsen zu den sozialen Dienstleistungen, die es für Bürgerinnen und Bürger in einem Stadtteil gibt

, so Kraft. Darüber hinaus können mit den entsprechenden Räumen im Stadtteil auch Angebote in den Bereichen Begegnung, Betreuung, Kultur, Beratung und mehr gemacht werden. Kraft:

Das jeweilige Familienzentrum wird auf den Stadtteil und dessen Bedarf zugeschnitten sein. Wir erwarten, dass die sozialen Angebote in Bad Homburg dadurch weiter verbessert werden. Für die Bürgerinnen und Bürger wird es einfacher, im direkten Umfeld einen Zugang dazu zu erhalten. Wir erhoffen darüber hinaus eine höhere Motivation für ehrenamtliches Engagement vor Ort.

Ein erstes Stadtteil- und Familienzentrum wird im Frühsommer an der Dietigheimer Straße im ehemaligen accadis-Gebäude eingerichtet werden. Die Leitung des dort entstehenden Horts wird auch die Koordination für das Zentrum übernehmen. In der neuen Kita Brandenburger Straße wird diese Funktion für den Bereich Berliner Siedlung übernommen. Positive Erfahrungen hat die Stadt bereits hat mit einem Pilotprojekt im Gartenfeld, wo ein Mehrgenerationentreff eingerichtet worden ist.

Dort hat sich eine sehr engagierte Gruppe gebildet, die bei allen Altersgruppen für diesen Ort der Begegnung wirbt und sogar eine Stadtteil-Zeitung in Angriff nimmt

, berichtet Kraft. Ein Stadtteilfest war sehr erfolgreich und soll wiederholt werden. Weitere Beratungsangebote werden in Kürze im Gartenfeld hinzukommen.

Die weitere Umsetzung des Konzepts soll Schritt für Schritt erfolgen. Im Haushalt für das Jahr 2011 sind für die Arbeit der Gruppen insgesamt 30.000 Euro im bereitgestellt.

Damit und mit einem Ausgaberest aus dem vergangenen Jahr ist eine Anschubfinanzierung möglich, ein entsprechender Beschluss der Stadtverordneten zu dem Konzept wäre ein Startschuss für ein Projekt, das langfristig verwirklicht werden soll“

, so Kraft.

Vorausgegangen war eine Konzeptphase, in der von März bis November 2010 rund 60 Teilnehmer – größtenteils Vertreterinnen und Vertreter sozialer Einrichtungen – die vorhandenen Angebote und die Bedarfe in den jeweiligen Stadtteilen untersucht haben. Ergebnis ist die vom Magistrat vorgelegte Planung von Familienzentren für die acht Stadtteile. Folgende erste Schritte sind in dieser Planung festgehalten:

Im Bereich Kirdorf/Eichenstahl wird ab März an jedem ersten Samstag im Monat ein „Café in den Gärten“ durch den Jugendclub eröffnet. Die Gedächtniskirchengemeinde wird das Angebot durch Aktionen ergänzen. Geplant sind außerdem eine Nachbarschafts- und Tauschbörse und ein Café im Zelt.

Im Bereich Altstadt, Innenstadt und Hardtwald soll die bislang sehr gute Kooperation vertieft werden. Die Treffen zwischen Vorschuleinrichtungen und Grundschulen im Rahmen des Hessischen Bildungsplanes sollen mit dem Stadtteilteam vernetzt werden. Als erstes gemeinsames Projekt soll im Rahmen des Schulfestes der Landgraf-Ludwig-Schule im September eine gemeinsame Veranstaltung der Mitglieder des Stadtteilteams stattfinden. Das Sommerfest der Kita der Erlöserkirche soll darin eingebunden werden.

Die Eröffnung des Neubaus der städtischen Kita Brandenburger Straße soll für den Bereich der Berliner Siedlung als Auftaktveranstaltung für Angebote eines Familienzentrums genutzt werden. Geplant ist, über einen Fragebogen Bedarfe von Anwohnern zu ermitteln und gewünschte Angebote zu entwickeln. Auf Grundlage der Abfrage sind Workshops und Kurse für Familien und Senioren vorstellbar. Stadtteilkonferenzen und ein Stadtteilfest werden vorbereitet. Die Räume, die seitens der Stadt in der Dietigheimer Straße für Kinderbetreuung entstehen, sollen mitgenutzt werden.

In Gonzenheim sollen in einem ersten Schritt die Räume des städtischen Seniorentreffs Gotenstraße für zusätzliche Bedarfe genutzt werden. Dort können vormittags Deutschkurse für Mütter mit geringen Deutschkenntnissen angeboten werden, am Nachmittag wäre Betreuung von Schulkindern in einer zusätzlichen Hortgruppe denkbar. Beratungs- und Förderangebote können nach dem Umbau der Spiel- und Lernstube Feldstraße entstehen. Längerfristig soll in den Räumen Gotenstraße eine Kontakt- und Begegnungsbörse für neu zugezogene Familien entstehen.

Das alte Rathaus in Ober-Eschbach bietet aufgrund der Aktivitäten der Arbeiterwohlfahrt schon heute eine Möglichkeit der Begegnung verschiedener Generationen. Dieses Angebot soll erweitert werden. Wünschenswert ist die Nutzung der Räume des alten Feuerwehrhauses, sobald dieses frei wird. Hier sollen Beratungsangebote vorgehalten werden. Kurzfristig sind jetzt Kooperationen mit der städtischen Erziehungsberatungsstelle und dem Baby-Begrüßungsdienst geplant.

Im Gartenfeld besteht der Mehrgenerationentreff. Er soll ausgebaut werden mit Beratungs-, Bildungs-, Kultur- und Kunstangeboten für alle Generationen. In der Kita Gartenfeld kann ein Müttercafé eingerichtet werden. Das Stadtteilfest soll aufgrund seines Erfolges wiederholt werden. Nachbarschaftliche Hilfen kann ausgebaut werden, zur Öffentlichkeits¬arbeit ist eine gemeinsame Stadtteilzeitung geplant. Darüber hinaus sollen im Internet und per Flyer über Aktivitäten informiert werden.

Informations- und Anlaufstellen für die Ober-Erlenbacher können in der städtischen Kita, der Schule, der Bücherei und auch im Oberhof, sobald dieser nutzbar ist, entstehen. Ein Mittagessen für ältere Menschen, aber auch Familien ist in der Mensa der Schule denkbar. Das Jugendzentrum möchte sich verstärkt um die Betreuung von Kindern im Alter von elf bis 13 Jahren kümmern. In Planung befinden sich Bildungs- und Kulturangebote, aber auch Feste. Als Orte hierfür stehen die Schule, die städtische Kita, das Jugendzentrum und die Kirchengemeinden zur Verfügung.

In Dornholzhausen ist als ein erster Schritt die Öffnung der Bertha-von-Suttner-Seniorenwohnanlage für die vorübergehende Betreuung weiterer Hortkinder der städtischen Einrichtung vorgesehen. Die Räume bieten sich im nächsten Schritt für Angebote wie Themenreferate, Elterncafé, Mittagessen für Bewohner des Stadtteils, Informationsver¬anstaltungen von Beratungsstellen und mehr an.

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