Einen Streifzug durch „150 Jahre Opel” bietet das Fahrzeugmuseum „Central Garage“ und präsentiert dabei viele seltene Modelle. Im Laufe des Jahres gibt es wechselnde Themen und neue Ausstellungsstücke.

Adam Opel hielt nichts von Automobilen. Er nannte diese einfach „Stinkkarren für Reiche“, vermerken die „Freunde der Central Garage“ in Bad Homburg in der Ankündigung ihrer neuen Ausstellung. Adam Opel konzentrierte sich auf sein Metier – die Herstellung von Nähmaschinen. Von seinen fünf Söhnen ließ er sich immerhin überzeugen, ab 1886 auch Fahrräder zu produzieren. Erst nach Adam Opels Tod 1895 wandten sich seine Witwe Sophie und die Söhne, die die Rüsselsheimer Fabrik gemeinsam weiterführten, dem zukunftsträchtigen Bau von Automobilen zu.

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Event geht über das ganze Jahr

Der hundertfünfzigjährigen Geschichte der Adam Opel AG widmen die „Freunde der Central Garage“ ihre neue Ausstellung. Sie wird das ganze Jahr über gezeigt, doch für Abwechslung ist gesorgt. Die Themenbereiche werden wechseln und mit immer wieder neuen Exponaten bestückt.
Zum Auftakt entführt die Central Garage – sie befindet sich in der ehemaligen Bad Homburger Opel-Niederlassung – auf einen Streifzug durch mehrere Jahrzehnte. Er beginnt mit dem legendären „Doktorwagen“, mit dem Opel 1909 der endgültige Durchbruch gelang. Der 4/8PS erhielt seinen Spitznamen, weil er besonders bei Landärzten beliebt war. Schließlich bot der „Doktorwagen“ ihnen bei den Hausbesuchen – so die damalige Werbung – „einfachsten Mechanismus“, „leichteste Handhabung“ und die Chance, ihn „ohne Chauffeur zu benutzen“.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung „150 Jahre Opel“ läuft bis Ende 2012 im Automobilmuseum Central Garage, Niederstedter Weg 5, 61348 Bad Homburg.
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 12 bis 16.30 Uhr sowie nach Vereinbarung über Telefon 06172 / 5976057.
Der Eintritt ist frei. Aber wie gewohnt bittet die Central Garage um Spenden, für die eine Spendenbox bereitsteht. Das Geld kommt einem sozialen Zweck zugute. Weitere Hinweise im Internet, dort gibt es auch eine Anreise-Skizze.

Als Opel 1935 den nach den bevorstehenden Olympischen Spielen benannten Olympia präsentierte, war das Werk in Rüsselsheim schon längst mit Fließbändern ausgestattet (ab 1924) und wegen der Weltwirtschaftskrise an den US-Hersteller General Motors verkauft worden (1929). Wobei die Opel-Brüder allerdings die Geschicke im Aufsichtsrat weiter mitbestimmten. Bis dahin hatten die Rüsselsheimer bereits eine Reihe neuer Modelle vorgestellt und Innovationssinn bewiesen. In dem Museum ist eine Olympia Cabrio-Limousine von 1950 zu sehen.

Aus den dreißiger Jahren stammt ein weiterer Schatz: Der Opel Geländesportwagen Super 6 (1937), der als einziger von 15 Exemplaren die Wirren des Krieges überstand. Bis er entdeckt und restauriert wurde, diente der Wagen seit den fünfziger Jahren auf der Wasserkuppe in der Rhön als Seilrückholwagen der Segelflugschule. Imposante Massigkeit strahlt das 1938 gebaute, viertürige Werkscabrio des Admiral aus. Von 1937 bis zum Kriegsausbruch hatte Opel lediglich etwa 2300 dieser Cabrios gebaut. Auch der „Urgroßvater“ aller Kadetts ist in Bad Homburg zu sehen: ein 1937er, der mit einem 23 PS starken 1,1 Liter-Vierzylinder-Motor ausgestattet ist.

Die sechziger und siebziger Jahre brachten eine weitere Blütezeit. Opel war nach VW der zweitgrößte deutsche Autohersteller und in einigen Klassen Marktführer. Gerne erinnert man sich an den Mittelklasse-Wagen Rekord, der in der Ausstellung als zweifarbige Variante P1 (1960) steht.

Edle Größe: Admiral-Werkscabrio aus dem Jahre 1938.

Mit dem Slogan „Nur fliegen ist schöner“ warben die Rüsselsheimer für den Sportwagen GT mit seinen den Klappscheinwerfern. Das gelbe Exponat wurde 1969 gebaut und erreichte eine Spitzengeschwindigkeit 155 km/h. Nicht fehlen darf der Manta, hier ein Modell aus dem Jahre 1972. Ungemein sportlich sah das Coupé aus, brachte aber nicht die erwartete Leistung, weshalb er oft getunt, verspoilert, tiefer gelegt und aufgemotzt wurde. So wurde der Manta-Fahrer zum Spottobjekt.

Nebenbei wird auch die frühe Produktion von Fahrrädern und Motorrädern in der Ausstellung gewürdigt, unter anderen mit einer 1922 speziell für schnelle Zementbahnen gebauten Bahnrennmaschine, von der es nur zwei Exemplare gab. Und auch Opel-Kühlschränke können bewundert werden: Wer es sich in der Wirtschaftswunderzeit leisten konnte, kaufte sich einen „Frigidaire“. 1959 gab Opel die Fertigung dieser Haushaltsgeräte wieder auf.

Meinung der Bürger

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