„Champagner Luft und Tradition“ – so lautet der Slogan der Stadt Bad Homburg, die gerade die Feierlichkeiten zu 100 Jahren „BAD“ beendet hat. Einige Tage nach dem Ausklang der Feier hat ihre neue Enkelin, die „Francois Blanc GmbH“ die Spielbank übernommen. Ohne Zweifel ist dies ein bedeutsames Ereignis für die Kurstadt. Die Spielbank, sowie der „BAD“- und der damit verbundene Kurstatus, haben die Entwicklung der Stadt maßgeblich und positiv beeinflusst und werden dies mit ihrer Tradition auch in der Zukunft tun.

Jedes Jahr finden unzählige kulturelle Veranstaltungen in Bad Homburg statt. Einige werden von der Stadt veranstaltet oder unterstützt, doch der Großteil wird von vielen Vereinen und Ehrenamtlichen getragen und wäre ohne deren Engagement nicht in dieser Vielfalt möglich. Aber genau diese Vielfalt braucht eine Gesellschaft, um den Zusammenhalt einer Gemeinschaft zu stärken.

Mit dem E-Werk und den Jugendclubs in den Stadtteilen wird der jungen Generation unter 18 ein gutes Programm zu günstigen Preisen angeboten. Andere kulturelle Einrichtungen wie das Kurtheater bieten hingegen ein vielfältiges Programm für ältere Generation. Doch für junge und für jung-gebliebene Erwachsene ist in Bad Homburg kaum Platz.

Mit der neuen geplanten Entwicklung des Areals am Bad Homburger Bahnhof kann der nötige Raum für die „vergessene Generation“ geschaffen werden. Der erste Schritt ist mit dem bald fertiggestellten Kulturbahnhof gemacht. Dort soll ein generationsübergreifender Treffpunkt geschaffen werden. Dieser Erfolg darf jedoch weder Pause noch Stillstand bedeuten. Neben dem Bahnhofsvorplatz soll mit dem „Move and Groove Center“ auf dem heutigen Postgelände die letzte Generationslücke geschlossen werden. In dem geplanten Komplex sind bis zu sieben Kinosäle, eine Trendsporthalle, eine Jugendbar, ein Klub, sowie eine Postfiliale geplant.

Auch wenn die Planungen weit fortgeschritten sind gestaltet sich die weitere Umsetzung des „Move and Groove Centers“ problematisch. Obwohl das Grundstück auf dem Postgelände der Stadt gehört, kann sie noch nicht mit den weiteren Planungsmaßnahmen beginnen. Noch besitzt die Post einen gültigen Vertrag bis zum Jahr 2016 und möchte diesen trotz dem Entgegenkommen und der Hilfe der Stadt nicht vorzeitig beenden.

Die Politik darf sich von der Haltung der Post nicht einschüchtern lassen und muss durch weitere Gespräche aufzeigen, dass eine vorzeitige Vertragsauflösung ein Gewinn für beide Seiten ist. Das „Move and Groove Center“ kann schneller gebaut werden und bietet der „vergessenen Generation“ ein neues Zuhause. Für die Post besteht dann die Möglichkeit an der alten Stelle in ein neues und modernes Gebäude einzuziehen.

Bad Homburg ist bunt und vielfältig und, dass muss auch das kulturelle Angebot zeigen. Vielleicht wird bei der nächsten „BAD“ Jubiläumsfeier das „Move and Groove Center“ als ein Beispiel der positiven Stadtentwicklung aufgeführt. Zu wünschen wäre es, denn das „Move and Groove Center“ ist nicht nur ein Plädoyer, sondern ein Bekenntnis für die „vergessene Generation“ Bad Homburgs.

Über den Autor

Alexander Unrath ist am 21. Februar 1986 in Bad Homburg geboren. Er studiert  Soziologie mit den Nebenfächern Sozialpsychologie und Politologie. Seit 2007 ist er Mitglied bei den GRÜNEN und der GRÜNEN JUGEND. Zur Zeit ist er Landesschatzmeister der Grünen Jugend Hessen, Sprecher der Grünen Jugend Bad Homburg und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN Bad Homburg.

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