Neuartige Brandphänomene z.B. an Hochhausfassaden, neue Technologien wie alternative Antriebe mit Lithium-Ionen-Batterien und Hochvolt-Technik, moderne Werkstoffe in Nanotechnologie usw. führen zu immer komplexeren Anforderungen an die Einsatz- und Führungskräfte der Feuerwehr.

Die Einsatztaktik und die Standards in der Brandbekämpfung  und Hilfeleistung müssen daher stetig angepasst werden – genauso wie die Aus- und Fortbildung. Sie hat eine Schlüsselfunktion und ist eine wesentliche Voraussetzung für einen effektiven Einsatzerfolg.

Um die Einsatz- und Führungskräfte der Feuerwehr bestmöglich auf die vielfältigen Szenarien und Notfallsituationen vorzubereiten und zu trainieren, hat die Bad Homburger Feuerwehr unter Leitung von Branddirektor Daniel Guischard in Kooperation mit Kreisbrandinspektor Carsten Lauer eine innovative Schulungsmöglichkeit geschaffen: ein hochmodernes, 3D-basiertes Einsatzsimulationssystem, das auf die besonderen Rahmenbedingungen in Bad Homburg und im Hochtaunuskreis angepasst ist.

Die Einsatz- und Führungskräfte erleben in einer virtuell dargestellten Einsatzumgebung realitätsnahe Notfallszenarien und müssen unter hohem psychischen Entscheidungsdruck strukturierte Entscheidungsprozesse in Echtzeit abarbeiten. In verschiedenen 3D-Welten können die Ausbilder unterschiedliche Notfallsituationen darstellen und den Übungsteilnehmer mit statischen und dynamischen Lagen konfrontieren. Neben dem Instruktor als Übungsleiter pflegt ein Operator die vom Übungsteilnehmer ausgewählten Maßnahmen über ein Lagesimulationsmodell in die virtuelle 3D-Welt ein. Hierbei entwickelt sich das Szenario dynamisch in Abhängigkeit von der gewählten Einsatztaktik und der eingeleiteten Reaktionen zur Schadenbekämpfung. Das Simulationsmodell wirkt als 3D-Plattform voll interaktiv, d.h. es entsteht eine belebte virtuelle Übungswelt in der sich der Übungsteilnehmer selbstständig bewegen kann.

„Das neuartige Schulungskonzept ermöglicht unseren Feuerwehrleuten eine hochdynamische und vor allem sichere Übungsumgebung, in der erfahrungsbasiert verschiedenste Notfallszenarien trainiert werden können“,
freut sich Oberbürgermeister Alexander Hetjes.
„Dass wir mit dem neuen System für unsere Feuerwehren im Hochtaunuskreis ein einheitliches Ausbildungssystem geschaffen haben, ist in jeder Hinsicht vorbildlich und wegweisend“,

ergänzt Landrat Ulrich Krebs.

Die Teilnehmer können je nach Lage verschiedene Fahrzeuge und Einsatzmittel auswählen. Die technischen und taktischen Möglichkeiten ergeben sich aus der in der Wirklichkeit vorhandenen Ausstattung. Wiedererkennungseffekte sowie verdeckte Merkmale führen dazu, dass der Teilnehmer in kürzester Zeit in der künstlichen Umgebung agiert. Hierbei  fließen Erkenntnisse aus dem Einsatz entsprechender Systeme aus dem Bereich militärischer und polizeilicher Anwendungen ein, denn der niederländische  Systemanbieter ist international tätig und auf virtuelle Trainingsplattformen für Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Militär spezialisiert.

„Wir können den Stresslevel durch verschiedene offene und verdeckte Einspielungen variieren und damit in reproduzierbarer Übungsumgebung Grenzen der Handlungskompetenz aufzeigen. Diese kann dann im Anschluss kontinuierlich erweitert werden. Die Schlagkraft unserer Feuerwehr beruht neben der technischen Ausstattung ganz wesentlich auf einer soliden Ausbildung und regelmäßigen Übungen“,

betont Bürgermeister und Feuerwehrdezernent Meinhard Matern.

Bei den Übungen wirken verschiedene künstliche Stressoren auf die Teilnehmer ein und erhöhen somit den Realitätsbezug der virtuellen Übungsumgebung. Eingesetzt werden unter anderem VR-Sichtbrillen,  wie sie auch in militärischen und polizeilichen Übungsanlagen verwendet werden. Die Trainings werden durch sehr erfahrene Beamte der Bad Homburger Feuerwehr moderiert und im Anschluss mit den Teilnehmern ausgewertet. Die Bad Homburger Feuerwehr ist Teil eines Netzwerkes von innovativen Feuerwehren, die in einem regelmäßigen Austausch an der Weiterentwicklung virtueller Ausbildungs- und Trainingskonzepten mitwirken.

Das Schulungskonzept geht auf die Tätigkeit von Branddirektor Guischard an der Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule des Landes Rheinland-Pfalz zurück. In seiner dortigen Tätigkeit war der Leiter der Bad Homburger Feuerwehr maßgeblich an der Programmentwicklung virtueller Trainingsplattformen beteiligt, die nunmehr auch an der Hessischen Landesfeuerwehrschule als E-Learning-Angebot für Gruppenführer eingeführt werden.

Bei der Feuerwehr Bad Homburg hat die Aus- und Fortbildung seit jeher einen großen Stellenwert: Speziell qualifizierte Feuerwehrbeamte arbeiten in diesem Bereich sowie bei der Einsatzplanung. Dabei wird eng mit dem Fachbereich „Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz“ des Hochtaunuskreises kooperiert, der die Schulung der Feuerwehrangehörigen kreisweit koordiniert.

Die Stadt Bad Homburg  wendet für die Einrichtung der neuen 3D-Simulations- und Übungsplattform 25.000 Euro auf und hat hierzu in der Hauptfeuerwache in der Dietigheimer Straße geeignete Schulungsräume eingerichtet. Außerdem stellt die Bad Homburger Feuerwehr speziell geschulte Feuerwehrbeamte als Instruktoren für die Lagemoderation und technische Operatoren für die Steuerung der Simulationssoftware zur Verfügung.

Der Hochtaunuskreis unterstützt das moderne Ausbildungssystem  finanziell mit 15.000 Euro und bietet den Feuerwehren des Hochtaunuskreises am Stützpunkt in Bad Homburg Zugang zu hochinnovativer Schulungs- und Trainingsinfrastruktur.

Die Stadt Bad Homburg  wendet für die Einrichtung der neuen 3D-Simulations- und Übungsplattform 25.000 Euro auf und hat hierzu in der Hauptfeuerwache in der Dietigheimer Straße geeignete Schulungsräume eingerichtet. Außerdem stellt die Bad Homburger Feuerwehr speziell geschulte Feuerwehrbeamte als Instruktoren für die Lagemoderation und technische Operatoren für die Steuerung der Simulationssoftware zur Verfügung.

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