Pleiten, Pech und Pannen – Die Angst des Weissen Mannes

//Pleiten, Pech und Pannen – Die Angst des Weissen Mannes

Pleiten, Pech und Pannen – Die Angst des Weissen Mannes

Hat uns im Jahr 2009 irgend etwas überrascht? Wer glaubt, dass Bad Homburg mit seinen knapp 54.000 Einwohnern nur zuschaut und keine Meinung zu den Ereignissen hat, täuscht.

Ein Jahr der vorhersehbaren Katastrophen. 4,8 Mio Arbeitslose und hinzu kamen noch die Kurzarbeiter. Der finanzielle Untergang ist doch ausgeblieben. Selbst Frank Lehmann, Börsen-Experte ist der Meinung, dass die Börse gewöhnlich reagiert hat.

Mit dem Titel „Die Angst des weißen Mannes: Ein Abgesang“ von Peter Scholl-Latour wird der Kapitalismus deutlich vorgestellt.

Das Jahr 2009 ist welt-historisch herausragend. Wir beobachten mit Staunen, dass niemand daraus lernen mag. Warum das so ist? Betrachten wir doch die finanzielle Krise: Manager werden für Misserfolg sehr fürstlich entlohnt. Wer kommt Ihnen als erster Manager in den Sinn? Denken Sie an die Automobilbranche. Aha, der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Der hatte übrigens einen hervorragenden Lebenslauf. Warum funktioniert das? Theoretisch gesehen, benötigt man nur ein wenig Glück und eine ordentliche Portion Selbstvertrauen. Dann am richtigen Ort den richten Verantwortlichen treffen und kommunizieren, dass man der richtige Mann für diese Aufgabe sei. Nun tritt man in das bekannte Unternehmen als Manager ein und arbeitet ein Jahr. Sollte es nicht klappen, steht man trotzdem am Ende der Karriere auf der Sonnenseite – Abfindung sei Dank. Soll so unser System funktionieren?

Auf dem Gebiet „Wachstum“ herrscht reges Defizit und Unverständnis. Wachstum kostet nämlich und in Deutschland wird ein Wachstumsbeschleunigungsgesetz verabschiedet. Das ist Verdümmung. Blicken wir auf die Chinesen. Mit Fleiss und Willenskraft wird Wachstum gefördert. Kapitalismus muss unsererseits eingeschränkt werden. Die Aufsichtsbehörden haben es vermasselt, Überprüfungen durchzuführen, die die Geschäfte von schwarzen Schafe des Marktes darstellen.

Und wie fanden Sie das „Fest der Freiheit“ am Brandenburger Tor? Nicht nur in Bad Homburg, sondern in ganz Deutschland feierte man 20 Jahre Fall der Berliner Mauer. Als kleines Kind werde ich dieses historische Event nie vergessen. Das TV zeigte auf allen Kanälen (es waren ja 1989 nicht so viele TV-Kanäle) Menschen und Freudenausbrüche und der Begriff „Freiheit“ wurde gänzlich neu definiert – zumindest für viele persönliche Momente. Für DM 15,- habe ich mir bei einem Lebensmittelgeschäft ein Automodel gekauft. Der Trabant als Model vor einer bröckelnden Mauerfassade.

Einen Trabant wollten Sie sicherlich nicht im Jahre 2009 kaufen, oder?! Schliesslich ist 2009 ein Jahr der Abwrackprämie gewesen, um das Schlimmste in der Krise – vorerst – abzuwenden. Die Kleinwagen haben am meisten von der Abwrackprämie profitieren können – wen wundert es?

Trauer um Größen im Pop, wie Michael Jackson oder Größen im Sport, wie Robert Enke sind ebenfalls zu erwähnen. Wer hätte es gedacht? Ein Michael Jackson, der doch eine große Tour plante und mit 50 Jahren längst nicht zum alten Eisen gehörte. Schliesslich ist Tina Turner geschmeidige 20 Jahre älter und „rockt“ noch die Bühnen dieser Welt. Warum also nicht der King of Pop?
Ein Robert Enke, der die WM 2010 vor sich hatte, doch jahrelang an Depressionen litt. Nach der Selbsttötung des Nationaltowarts hielt nicht nur die Fußballwelt kurz inne. Wie schon DFB-Präsident Zwanziger bei der Trauerfeier betonte: „Fußball ist nicht alles“.

Hatten Sie eigentlich die Schweinegrippe oder kannten Sie jemanden, der oder die daran litt? Sind Sie denn zur Impfung gegangen oder war Ihnen diese Aktion hinsichtlich der Pharmaindustrie und Politik suspekt? Von Mexiko breitete sich diese Grippe über die ganze Welt aus. Hier merkt man schnell, wie wichtig doch unsere Gesundheit ist und man sich für kein Geld der Welt, Schutzmassnahmen und Gesundheit kaufen kann.

Mit dieser Meinung möchte ich Ihnen, liebe Leser die Augen öffnen und Sie motivieren, nicht zu Allem „Ja“ und „Amen“ zu sagen. Denken Sie an Ihre Familien, laden Sie Ihre Bekannte und Freunde auf einen gemütlichen Abend zu sich ein. Das 2009 ist gewesen und gehört der Vergangenheit an. Im Jahre 2010 bieten sich weitaus mehr Möglichkeiten, nicht nur weil es ein neuer Beginn ist. Was hat Ihnen 2009 gefallen oder ist Ihnen misslungen? Welche Ziele haben Sie für 2010 angestrebt. Teilen Sie uns Ihre Meinung in den Kommentaren mit.

Leben und bleiben Sie fröhlich.

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By |2018-02-28T00:07:12+00:0029.01.2010|Allgemein|5 Comments

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5 Comments

  1. Mareike 29. Januar 2010 at 13:44

    Interessante Zusammenfassung. Wir Menschen sind aber nicht nur weiss, sondern haben auch noch andere Farben – lediglich unsere Ängste sind gleich (Familie, Job, Gesundheit etc.)

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  2. Bernd Osterrath 29. Januar 2010 at 13:45

    2009 ist es ein Opel Corsa bei einem Discounter gewesen – mit Abwrackprämie. Ja, hat sich gelohnt, da der alte Mazda 123 zu hohe KOsten für Reparaturen hatte!

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  3. Kai-Jürgen Lietz 2. Februar 2010 at 07:41

    Tatsächlich, wir sollten nicht alles glauben, was wir lesen.

    Zum Beispiel Wendelin Wiedeking in die lange Reihe der Managementversager zu stellen, wird ihm nicht gerecht.

    Ja, er hat sein Blatt überreizt. Doch hat er nicht selbstherrlich entschieden, sondern die VW-Übernahme wurde eng mit dem Aufsichtsrat abgestimmt. Doch das ist nur der letzte Akt seiner Karriere.

    Bevor Wiedeking überhaupt richtig zu arbeiten anfing, hatte er schon seine erste Million als Unternehmer verdient. Sein weiterer Karriereweg ist relativ unauffällig. Bis zu dem Zeitpunkt, als man ihm den Porschevorsitz anbot.

    Die Position des Porsche-Chefs galt vor der Wiedeking-Ära als Schleudersitz. Zahlreiche Top-Manager hatten sich bereits an dem schwäbischen Autobauer verschlissen. Als Wiedeking übernahm war das Unternehmen stark verschuldet und die Banken unwillig, dem vor dem Exitus stehenden Unternehmen weiteres finanzielles Leben einzuhauchen.

    Daher bestanden sie darauf, dass Wiedeking eine Patronats-Erklärung abgeben sollte. Damit haftete er mit seinem gesamten Privatvermögen für den Erfolg oder Misserfolg seiner Arbeit.

    Wiedeking schaffte es nicht nur, Porsche zum profitabelsten Automobilbauer der Welt zu machen, er blieb es auch über viele Jahre.

    Anders als ursprünglich vereinbart, dachte die Porsche-Familie aber nicht daran, den risikowilligen Manager am Unternehmen zu beteiligen. Stattdessen bot man Wiedeking an, ihn über seinen Vertrag so zu stellen, dass er am Unternehmensgewinn partizipieren könne, als sei er Mitaktionär. Das machte ihn zeitweise zum bestverdienenden Manager Deutschlands.

    Die Porsche-Aktionäre verdienten in der Zeit Milliarden von Euro. Auch die Übername der Volkswagen AG war über Jahre erfolgreich mit einer Politik der kleinen Schritte.

    Die Finanz- und Wirtschaftskrise änderte das. Denn anstatt bei den eigenen Plänen zu bleiben und immer dann weitere VW-Papiere zu kaufen, wenn diese günstig zu haben sind, glaubten Wiedeking und sein Finanzvorstand Härter die Gunst der Stunde nutzen zu können.

    Bis dahin hatte Porsche 43% der VW-Stämme gekauft und eine moderate Verschuldung von 3 Milliarden Euro. Ein einziger Aktiendeal, bei dem Porsche für 9 Milliarden Euro rund 9% weitere Stammaktien erwarb, brach dem Unternehmen das Genick.

    Wie alles andere zuvor auch, war auch dieser Deal vom Aufsichtsrat gebilligt worden. Dieser Deal war es schließlich, der Porsche die Unabhängigkeit raubte und dem Wohl und Wehe der Banken überantwortete.

    Denn das Gespann Wiederking und Härter überschätzte die Bereitschaft der Banken, Porsches VW-Übernahmepläne zu finanzieren. Zudem glaubten sie, das protektionistische VW-Gesetz zu Fall bringen zu können und nach der erfolgten Übernahme an die VW-Milliarden zu kommen.

    Beides scheiterte nicht zuletzt deshalb, weil Ferdinand Piech, Miteigentümer von Porsche gegen die eigene Mannschaft spielte. 😮

    Ich finde es bezeichnend, dass die Porsche-Belegschaft bis zuletzt zu ihrem Top-Manager stand. Denn er hatte sie an den Erfolgen des Unternehmens immer beteiligt. In keinem anderem Produktionsunternehmen der Welt bekam die Belegschaft so hohe Boni für den Erfolg ihrer Arbeit. Der Vorstandsvorsitzende war für die Arbeiter ein Held. Wo gibt es das sonst?

    Ja, Wiedeking hat am Ende Fehler gemacht. Daher war es richtig, dass er gehen musste. Aber wir können ihn nicht in die Reihe der Manager stellen, die selbst nichts zustande bringen und sich ihr Versagen auch noch fürstlich entlohnen lassen.

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  4. admin 5. Februar 2010 at 12:40

    Danke für die Kommentare. Weiter so.

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  5. Uwe Hiltmann 9. Februar 2010 at 18:27

    Hi Kai-Jürgen,

    danke, dass du hier mal eine Lanze für diesen verdienten Manager brichst. Es ist opportun, auf den Zug der allgemeinen Manager-Schelte in Deutschland aufzuspringen, da tut so ein differenzierter Kommentar mal richtig gut.

    Herzliche Grüße aus dem verschneiten Taunus
    Uwe

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